The 55th Anniversary Special: Spider-Man in Comics, Serien und Filme Teil 1

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Wer kennt ihn nicht? Den netten Spinnenmann mit dem lockeren Mundwerk. Spiderman schwang sich erstmalig 1967 über die Bildschirme und feierte fünf Jahre zuvor seinen Einstand in den Comics. Anlässlich dieser Jahreszahl gibt es das Special zum 55. Jahrestag seiner Präsenz. Aber natürlich gibt es auch eine Vorgeschichte. Beleuchtet werden die Anfangsjahre in den Comics und der Beginn seiner Fernsehpräsenz sowie die Entwicklung in der selbigen.

Prolog

Wie eigentlich jeder Superheld, entsprang auch Spider-Man aus Comics. Jedoch war er nicht die erste Figur, die von den Marvel-Autoren Stan Lee und Jack Kirby geschaffen worden sind. „Die Fantastischen Vier“ (Nov, 1961) und „Hulk“ (Mai 1962) kamen der sympathischen Spinne von nebenan zuvor. Die genannten Protagonisten verfügten über Elementarkräfte bzw. Superstärke. Spiderman ging mit seinen Tierkräften in eine etwas andere Richtung. Ohne Heldenanzug war Spidey die Zivilperson Peter Parker. Der ist nicht gerade beliebt und hat immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Sein Debüt erlebte er im August 1962 im Comic „Amazing Fantasy #15“ Dort wird er als schmächtiger Waise dargestellt, der eine Brille trägt. Aufgezogen wird er dabei von seiner Tante May und dessen Ehemann. Aber er besitzt ein gewisses Talent für Wissenschaft. In einem Forschungslabor wird er von einer radioaktiven Spinne gebissen und erlangt dadurch seine allseits bekannten Kräfte. Die Ausgabe war ein unerwarteter großer Erfolg.

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Machte zu Beginn noch keinen Menschen Angst. Peter Parker im Amazing Fantasy #15 von 1962.

Neuer Comicheld begeistert Leser

Im März 1963 debütierte Spider-Man in seiner eigenen Reihe „Amazing Spider-Man“. Dort wurden auch die Schurken Chamäleon, Geier, Doktor Oktupus, Sandman, Echse, Electro, Mysterio, Grüner Goblin oder Kraven geschaffen. Mit der Zeit entwickelte sich die Figur weiter, in dem Peter Parker 1965 seinen Abschluß an der High School machte und danach anfing an der fiktiven Empire State University zu studieren. Dort traf er dann auf neu eingeführte Charaktere wie Harry Osborn und dessen Vater Norman Osborn sowie die schöne Mitstudentin Gwen Stacy. Einige davon sollten sich später in Cartoons oder Filmen wiederfinden.

Die erste richtige Bewährungsprobe gegen einen direkten Gegner musste Spidey in der zweiten Ausgabe seines Comics bestehen. Dort traf er auf den Geier. Der war deshalb so gefährlich, weil man nicht wusste wie man ihn bekämpfen sollte. Wie aus dem Nichts und ohne jedes Geräusch erschien er auf einmal auf der Bildfläche und richtete großen Schaden an. So kündigte er auch vorher an, Juwelen vor anderer Leute Augen zu rauben. Aber wie würde er diesen perfiden Plan umsetzen? Schon bald traf er Spider-Man, der mit dem linken Vogel so seine Probleme hatte. So war es nötig das Spinnenkostüm zu verbessern, um gegen Vulture, so wie er im englischen Original heißt, zu bestehen. Ursprünglich entwarf er es für Showauftritte. So brachte er umgehend eine weitere Patrone mit Netzflüssigkeit an. Dazu montierte er einige Ersatzpatronen an seinen Gürtel. Nicht nur in Gestalt der Spinne hatte Spidey so seine Sorgen. Auch als Peter Parker wurde er oft von Schicksalsschlägen begleitet. So verlor er seinen Onkel Ben, der von einem Räuber erschossen wurde. Selbigen hatte er kurz vorher nicht aufgehalten, weil er sich für seine Erfolge als Spinne feiern musste. Gewissensbisse, die ihn für lange Zeit nicht loslassen sollten. Zu allem Überfluss wurde Tante May auch noch krank. Wie soll man nur alles unter einem Hut bringen? Stress an der Uni und wenig Zeit zum lernen. Danach werden auch noch seine Noten schlechter. Dann ist da noch die hübsche Gwen Stacey, die ein Auge auf ihn geworfen hat. Nur leider merkt Peter nicht, dass er doch Chancen bei ihr hat. Sein Chef beim Daily Bugle, J. Jonah Jamison wettert von Beginn an gegen Spider-Man und Peter macht dieser Umstand sehr zu schaffen. Es ist an der Zeit eine Entscheidung zu treffen…

Zu dieser Zeit, also im Juli 1967, sind bereits 50 Ausgaben des „Amazing Spider-Man“ erschienen. Knapp ein Jahr vorher gab es ein Personalwechsel bei den Zeichnern. John Romia Sr. löste Steve Ditko ab. Romia brachte mehr Zeitgeist in die Comics. Und es war ihm vergönnt eine realistische Stadtzeichnung auf das Papier zu bringen. Er war es auch, der die rothaarige Augenweide Mary Jane Watson in Szene setzte. Man könnte jetzt noch so viel über die Comicfigur Spider-Man schreiben. Aber dies würde jeglichen Rahmen sprengen. Da müsste ich ja zehn oder zwanzig Artikel dieser Art schreiben, um den Umfang gerecht zu werden. Das war aber nie mein Ziel gewesen und es sollten nur die ersten Jahre näher beleuchtet werden. Viel mehr soll es um die Spinne in bewegten Bildern gehen. Und dort hatte er bald seinen ersten Auftritt…

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Eroberte auch die Zuschauer vor den TV-Bildschirmen. Spider-Man in der gleichnamigen Serie von 1967.

Große Beliebtheit bei Cartoonserien

Und am 09. September 1967 war es endlich soweit. Spider-Man schwang sich in der gleichnamigen Serie in 52 Episoden über die Bildschirme. Die besondere Inkarnation der Figur wurde vom Animations-Pionier Ralph Bakshi überwacht. Viele Szenen wurden zudem mit Swing Musik begleitet und sorgten irgendwie auch für eine Art Markenzeichen dieser Serie. Gehalten hat sie sich bis 1970. In dieser Zeit hatte von den Gegenspielern Green Goblin mit 10 Auftritten die größte Präsenz. Mysterio brachte es auf 9 und Scorpion auf 6 Erscheinungen. Der Titelsong, komponiert vom Oscar-Preisträger Paul Francis Webster und Robert „Bob“ Harris, fand in den Sam Raimi Filmen erneut Verwendung. Dort wurde es u.a. von einem Straßenmusiker mit eigenen Gesangstext auf Gitarre gespielt („Spider-Man“ (2002)) und dann von Elyse Dinh mit Gesang und Violine („Spider-Man 2″ (2004)). Bei beiden Filmen wurde das Theme in den End Credits gespielt. Im ersten Teil die Originalversion und im zweiten Teil eine Neuinterpretation von Michael Bublé. Im letzten Teil der Trilogie läuft das Theme ohne Gesang im Hintergrund, als Spider-Man auf einer Feier erscheint. In „The Amazing Spider-Man 2“ (2014) hat Peter das Theme als Klingelton auf dem Handy. Als er Aleksei Sytsevich besiegt, pfeift er die Melodie.

1981 ging dann mit „Spider-Man“ die zweite Serie an den Start. Sie umfasste insgesamt 26 Episoden und wurde bis 1982 ausgestrahlt. Auch hier hat unser Spinnenfreund alle Hände voll zu tun und muss natürlich auch als Peter Parker mit guten Fotos seinen Boss beim Daily Bugle besenftigen, der bei jeder Gelegenheit Spiderman schlecht macht. Natürlich darf auch nicht die fürsorgliche Tante May fehlen, die es häufiger unbewusst beinahe schafft ihren Neffen Peter als nette Spinne von nebenan zu ertappen. Bemerkenswert ist, Mary Jane Watson kommt in dieser Serie nicht vor. Stattdessen ist Betty Brant, Sekretärin beim Daily Bugle, die große Flamme von Peter (1. Comicauftritt in Amazing Spider-Man #4). Auf flotte Sprüche seitens der Spinne muss man dennoch nicht verzichten. Warum auch immer, lief die Serie mit dem Titel „Spider-Man 5000“ ab Dez. 1990 auf RTLplus. In der ersten Folge bekam man Dr. Octopus als Gegner präsentiert, der eine Welle von Diamantendiebstählen betreibt. Gleich in mehreren Episoden versucht Dr. Doom die Weltherrschaft an sich zu reißen. Dabei wird auch erklärt, wie er sein Gesicht verloren hat und zum gefährlichen Dr. wurde (Episode 17. Die Laserkanone des Dr. Doom). Selbst Captain America und dessen Erzfeind Red Skull haben hier einen Auftritt. Für das deutsche Fernsehen erfolgte keine Synchronisation (Episode 18. The Capture of Captain America).

In der Nachfolgeserie „Spider-Man und seine außergewöhnlichen Freunde“ (1981) bekam unser Held Unterstützung von Bobby Drake alias Iceman und Angelica Jones alias Firestar. Gegner waren u.a. Green Goblin, Magneto oder Dr. Doom. Einen Gastauftritt haben auch Thor und sein Bruder Loki (Episode 10. Lokis Rache). Für die 13. Episode (Quest of the Red Skull), wo erneut Red Skull erscheint, wurde ebenfalls nicht synchronisiert und auch nicht im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. 1979 bis 1980 gab es eine Art Ablegerserie namens „Spider-Woman“. In den Episoden 1 (Angriff der Mumien) und 7 (Das Spinnen-Monster) kämpft sie gemeinsam mit Spider-Man gegen das Böse. RTLplus strahlte die Serie 1991 komplett aus.

RTL schien mittlerweile Gefallen an der Spinne gefunden zu haben. Auch „Spider-Man: The Animated Series“ (dt. „New Spider-Man“) wurde von 1995 bis 2000 komplett ausgestrahlt. In den USA lief sie von 1994 bis 1998. Waffendarstellungen durften hier zu keiner Zeit gezeigt werden. Bis auf ein paar Ausnahmen waren auch Faustschläge und Blut tabu. Dennoch ist es eine sehr erfolgreiche Serie gewesen und unterscheidet sich zumindest im Aussehen zu den früheren Serien. „Spider-Man Unlimited“ (1999-2001) ist die Fortsetzung von „New Spider-Man“ und hatte 13 Folgen inne. Bis auf die erste Folge spielte sich das Geschehen in einer Gegenerde ab. Dort musste er sich mit Beastial-Inkarnationen seiner größten Widersacher messen. Eine Ausstrahlung in Dtl. ist bisher nicht erfolgt.

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War stets ein gefährlicher Gegner. Scorpion in New-Spiderman von 1994.

Spektakulär wurde es in der nächsten Cartoon-Serie. Dementsprechend auch der Titel „The Spectacular Spider-Man Animated Series“ (dt. „The Spectacular Spider-Man“) von 2008. Die US-Austrahlung begann im März 2008 auf Cartoon Network und endete im November 2009. Die dt. Ausstrahlung gab es von Sept. 2010 bis August 2011. Die Serie basiert auf das Spider-Man Comic-Abenteuer des Marvel Verlages von Stan Lee und Steve Ditko. In zwei Staffeln wird der Werdegang Peter Parker alias Spider-Man und dessen erste Begegnungen mit den unterschiedlichsten Superschurken aus dem Marvel Universum gezeigt. In der zweiten und letzten Staffel muss er sich dann weiteren Gegnern stellen. Auch sein Privatleben ist oft ein Thema. Die Serie versuchte den Bewegungsstil von Spider-Man aus den Filmen von Sam Raimi zu kopieren. Wie gut dies funktioniert hat, muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Eigentlich war auch eine dritte Staffel geplant, Dazu kam es leider nicht, da Sony die Rechte an Marvel zurückgab.

Stattdessen startete startete im April 2012 mit „Ultimate Spiderman“ (dt. „Der ultimative Spider-Man“) eine neue Serie auf dem amerikanischen Sender Disney XD. Die deutschen Fans kamen ab Nov. 2012 auf dem Pay-TV Sender Disney XD in den Genuss der Serie. In den Staaten wurde sie im Jan. 2017 nach vier Staffeln und 104 Episoden abgesetzt. Sie stellt quasi die Fortsetzung von „The Spectacular Spider-Man“ dar und ist ein Crossover von „Avengers – Gemeinsam unbesiegbar!“ (USA 2013). Peter Parker ist bereits seit einem Jahr als Spinnenheld unterwegs. Dennoch gelingt die Balance zwischen normalen Alltag und Heldendasein nicht immer. Doch dann bekommt er die Gelegenheit an einem Ausbildungsprogramm für junge Superhelden teilzunehmen, um seine Fähigkeiten zu verbessern. Er willigt ein. Und damit sind viele Veränderungen vorprogrammiert. Dabei bekommt er es auch mit einigen neuen Schurken zu tun. Man darf also gespannt sein, wie sich die ganze Sache entwickeln wird…

Und hier endet der 1. Teil meines Spider-Man Specials. In der ersten Serie von 1967 kam Spider-Man noch etwas ernst daher und war visuell stark an den ersten Comics angelehnt. 1981 war er mit dem Mundwerk viel lockerer und sorgte für einige Schmunzler. In den 1990er Jahren gestaltete man die Protagonisten moderner und geradliniger. Gegen Ende des Jahrzehnts wurde die Spider-Man optisch verändert, um in einer weiteren Serie in eine Gegenwelt zu passen. In den letzten zehn Jahren wurde alles so gestaltet, dass es jung und alt begeistert. Interessant wird es auch im zweiten Teil meines Artikels. Dort erfahrt ihr u.a. wie die Türken unerlaubt unseren beliebten Held verfilmt haben. Oder die Cartoon-Serie, die direkt auf Sam Raimis Real-Verfilmung von 2002 anschließt. Und wie erging es eigentlich der ersten Verfilmung von 1977? Außerdem haben die Japaner ihre eigene Version der Figur erschaffen…

Quellenangabe:

imdb.com
zeichentrickserien.de
TV Wunschliste
wiki/Spider-Man_(theme_song)
Buch: Spider-Man – Erstaunliche Abenteuer, Die Spider-Man-Anthologie

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